Go to the Balcony.

Einen der besten Tipps in meiner Ausbildung zum Rechtsanwalt gab mir ein Partner im Referendariat, der gesagt hat: bevor ich einen Schriftsatz verschicke, schlafe ich am liebsten eine Nacht drüber. Wenn es eilt, gehe ich wenigstens eine Runde um den Block.

Bei mir ist es der Balkon geworden, sicherlich geprägt von William Urys „Go to the balcony“ aus dem Buch „Getting past No“.

Der „Balkon“ ist kein Ort, sondern eine mentale Haltung: In schwierigen Verhandlungen treten wir einen Schritt zurück und betrachten die Situation aus der Distanz, statt emotional zu reagieren.

Wenn Druck entsteht, Vorwürfe kommen oder die Gegenseite ein hartes „Nein“ ausspricht, neigen wir dazu, entweder anzugreifen, nachzugeben oder die Verhandlung abzubrechen. Genau hier setzt der Balkon an:

✅ Pause statt Impuls
✅ Beobachten statt Reagieren
✅ Verstehen statt Bewerten

Oder wie Ambrose Bierce in einem Satz zusammengefasst hat, der mir immer wieder begegnet:

„Sprich, wenn du wütend bist, und du wirst die beste Rede halten, die du jemals bereuen wirst.“

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